Chronik Robertsmühle

beschreibender Text

Das älteste schriftliche Zeugnis zur Robertsmühle stammt aus dem Jahre 1266. Albert Landgraf von Thüringen (“Albrecht der Unartige”) schenkte am 07. Juli des Jahres 1266 dem Nonnenkloster zu Eisenberg eine Mühle an der Rauda, welche jährlich 16 Scheffel Korn Eisenberger Maßes zinste.

 

Ab dem Jahre 1562 wechselten mehrmals die Besitzer. 1662 erbte Johann Georg Stolberg die Mühle vom Schultheiß Johann Beyer, der sie von Wilhelm von Kayn gekauft hatte. Zu dieser Zeit gab es hier einen Schneidegang und zwei Mahlgänge. Da jeder Mühle die Anzahl der Esel vorgegeben war, wurden in der Robertsmühle sechs Esel gehalten. Zum Grundbesitz gehörten dreieinhalb Acker Feld, Garten und etwas Wiese.

 

Durch den Besitzerwechsel im 18. Jh., genauer gesagt im Jahre 1758, war die Robertsmühle auch als Schmeißersmühle bekannt; benannt nach ihrem Besitzer Johann Christian Schmeißer.

 

In der Nacht vom 28.12. zum 29.12.1890 brannte die Mühle sowie das dazugehörige Wohnhaus ab (Eisenberger Nachrichtenblatt; 30. Dezember 1890). Zu Beginn des neuen Jahres, am 03. Januar 1891, setzte sich das Unglück fort und der noch stehende Rest der Mühle ging in Flammen auf. Um die Jahrhundertwende 19./20.Jh., stellte die Robertsmühle als erste Mühle den Mahlbetrieb ein und ging dafür zu Pension und Sommerfrische über. 1909 soll sie “wüst gelegen“ haben.

 

In den 1930er Jahren, als der Besitzer Albert Oppelt war, bot die Bewirtschaftung beste Verpflegung zu mäßigen Preisen.

 

Im Jahre 1953 wurde die Robertsmühle durch den damaligen Bürgermeister Zinnecker als Jugendklubhaus an die FDJ-Kreisleitung Eisenberg übergeben. Später übernahm der FDGB dieses Gebäude und richtete es als Betriebsferienheim des VEB “Gravo-Druck” Halle ein. Die Gaststätte wurde nicht mehr öffentlich genutzt. Mitte bis Ende der 70er Jahre wurde durch Umbauten das Aussehen des Hauses stark verändert. Von 1993 bis 1999 war das Anwesen ungenutzt. Seit 1999 befindet sich die Mühle wieder in Privatbesitz. Die Stadt Eisenberg übernahm das Grundstück 2004 durch einen langfristigen Erbpachtvertrag.

 

Bewirtschaftet wird die Robertsmühle vom Verein “Ländliche Kerne” e.V. in Nickelsdorf. Im Mai 2007 eröffnete man hier einen Mühlen-Miniaturpark.